Einer der wichtigsten Punkte auf meiner PCT Checkliste war das Visum für die USA, denn hier reicht kein einfaches ESTA Visum (gilt nur für Bürger eines „Visa Waiver Program“ Landes) für 90 Tage, sondern es wird ein „Geschäfts-/Touristenvisum – B1 / B2“ benötigt. Ein wichtiger Bestandteil für den Visumsantrag ist das Formular DS-160, was ich hier auch etwas genauer vorstellen werde.
Mit einem Geschäfts-/Touristenvisum – B1 / B2 darf man sich dann maximal 180 Tage pro Einreise in den USA aufhalten. Da der durchschnittliche Wanderer 150 Tage für den PCT benötigt, ist dieses Visum perfekt.
Mit dieser kleinen Hilfe möchte ich euch zeigen, wie ich zu meinem Visum gekommen bin. Bevor ihr anfangt das Visum zu beantragen, schaut euch auf jeden Fall die USTRAVELDOCS Webseite zum Geschäfts-/Touristenvisum an. Hier sind alle wichtigen Informationen für das B1 / B2 Visum zusammengefasst.
Da meine Angaben mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mit euren übereinstimmen werden, ist es wichtig, dass ihr eure eigenen Angaben wahrheitsgemäß angebt. Manche Felder in den Formularen sind nicht immer eindeutig, daher versuche ich diese zu erklären.
Eine Garantie für ein Visum gibt es mit dieser Hilfestellung jedoch nicht, da dies immer im Ermessen der U.S. Beamten liegt!
Mit den nachfolgenden 4 Schritte zeige ich euch, was alles zu erledigen ist, um ein B1 / B2 Visum für die USA zu erhalten.
Falls du kein aktuelles Foto hast, lass ein Passfoto in Farbe anfertigen
Formular DS-160 ausfüllen
Antragsgebühr für das Visum zahlen und einen Interviewtermin in der jeweiligen Botschaft/ Konsulat vereinbaren
Zum Interviewtermin fahren und das Interview absolvieren
Zentrale Anlaufstelle für den Visumsantrag und für das DS-160 Formular ist die Seite https://ceac.state.gov/GenNIV/. Auf dieser Seite könnt Ihr testen, ob euer Foto den Fotobestimmungen entspricht und euren Visumsantrag starten, hochladen oder bearbeiten.
Foto anfertigen und testen
Im ersten Schritt lasst ihr ein Passfoto von euch anfertigen. Hier geht es zu den Fotobestimmungen. Ob euer Foto dann den Standards entspricht, könnt ihr auf der Seite für das DS-160 Formular testen (https://ceac.state.gov/GenNIV/). WICHTIG: Seit dem 1. November 2016 sind Brillen auf Fotos nicht mehr erlaubt!
Link zur Testseite für das Foto
Ich habe mein Passbild eingescannt und zum Testen hochgeladen. Für gescannte Bilder gelten jedoch andere Bedingungen als für digitale. Das Foto muss Quadratisch und in Farbe sein sowie die Abmessung von 2 x 2 Inches (51 x 51 mm) haben und eine Auflösung von 300 dpi aufweisen.
Entspricht das Foto den Standards und besteht den Test, bekommt ihr folgende Bestätigung:
Auf der Webseite gebt ihr als Erstes die Stadt an, in der ihr euch für das US-Visum bewerben möchtet. Hier wird auch anschließend das Interview fürs Visum gehalten. Für Deutschland könnt ihr Berlin, Frankfurt am Main und München wählen. Anschließend startet ihr die Bewerbung mit einem Klick auf „Start an Application„.
Startseite für die Visabewerbung
WICHTIG: Auf der nachfolgenden Seite erhaltet Ihr Eure Zugangsdaten (Application ID) zur Bearbeitung des Visums. Notiert euch diese Daten, falls ihr das Formular später weiterbearbeiten möchtet oder es beim ersten Anlauf nicht fertigstellen könnt. Ich empfehle euch auch regelmäßig zwischenzuspeichern, da die Sessions zur Bearbeitung des Visums nicht gerade stabil sind man nicht genau weiß, wann eine Session zur Bearbeitung des Visums abgelaufen ist. Ach ja, und eine Antwort für eine „Geheimfrage“ muss auch vergeben werden.
Antragsinformationen für das Visum
Persönliche Informationen 1
Auf der ersten Seite des Visumantrags gebt ihr als erstes Vor- und Nachname ein. Der Teil „Full Name in nativ Alphabet“ ist nur auszufüllen, wenn dein Name im Pass nicht in lateinischen Buchstaben steht. In diesem Fall klickt ihr einfach auf „Does not apply“.
Eine der häufigsten Fragen zur ersten Seite ist: Was ist eigentlich der Telecode? Der Telecode ist ein eindeutiger Umwandlungscode für 16.356 chinesische Zeichen, die in zwei Ebenen organisiert sind. Für deutsche Namen gibt es keinen Telecode und hier könnt hier einfach „No“ anklicken.
Um dennoch zu verstehen, was ein Telecode ist, habe ich hier ein kleines Beispiel für euch. Dazu habe ich meinen Vornamen in Google Translator ins einfache Mandarin (chinesisch) übersetzt und anschließend in einem Telecode Generator umgewandelt. Mein Name „Martin“ in Mandarin „马丁“ (Mǎdīng) hätte demnach den Telecode „7456 0002„. Aber wie gesagt, ihr könnt hier einfach „No“ anklicken.
Beispiel für einen Telecode
Alle weiteren Daten wie Geschlecht, Geburtsdatum, Geburtsort, Familienstand usw. sind eigentlich selbsterklärend. Beim Geburtsort könnt ihr im Bereich „State/Province“ „Does not apply“ anklicken. Meine Angaben:
Full Name in nativ Alphabet: DOES NOT APPLY
Do you have a Telecode that represents your Name?: NO
Date and Place of Birth – State/Province: DOES NOT APPLY
Formular DS – 160 – Seite 1 – Persönliche Daten I
Persönliche Informationen 2
In den Persönlichen Informationen 2 brauchst du als deutscher lediglich deine Staatsbürgerschaft, bzw. bei einer doppelten Staatsbürgerschaft beide angeben.
Bei „National Identification Number“, „U.S. Social Security Number“ und „U.S. Taxpayer ID Number“ habe ich überall „Does not Apply“ angeklickt. Solltest du schon einmal in den USA gelebt haben und eine Social Security Number beantragt haben, gibt diese in das Feld ein. Meine Angaben:
National Identification Number: DOES NOT APPLY
U.S. Social Security Number: DOES NOT APPLY
U.S. Taxpayer ID Number: DOES NOT APPLY
Formular DS – 160 – Seite 2 – Persönliche Daten II
Adresse und Telefon
Im nächsten Feld gebt ihr eure Adresse, Telefonnummern und E-Mailadresse an. Bei „State/Province“ könnt ihr auf „Does not apply“ klicken. Wichtig ist, dass die Ländervorwahl der Telefonnummer nicht im +49 sondern im 0049 Format anzugeben ist. Meine Angaben:
State/Province: DOES NOT APPLY
Formular DS – 160 – Seite 3 – Adresse und Telefon
Reisepass
Auf der vierten Seite des Formulars gebt ihr die Daten von eurem Reisepass ein. Im Feld „Passport/Travel Document Type“ habe ich „REGULAR“ ausgewählt. Bei „Passport Book Number“ gebt ihr „Does not Apply“ ein. Meine Angaben:
Passport/Travel Document Type: REGULAR
Passport Book Number: DOES NOT APPLY
Formular DS – 160 – Seite 4 – Passport
Reisen
Die „Travel“ Seite ist eine der wichtigsten Seiten im Formular, da hier konkrete Reisepläne angegeben werden. Ich habe das Dokument folgendermaßen ausgefüllt:
Purpose of Trip to the U.S.: TEMP. BUSINESS PLEASURE VISITOR (B)
Specify: TOURISM/MEDICAL TREATMENT (B2)
Da ich während des Visumantrags noch nicht wusste für welches Datum ich einPCT Permiterhalte, habe ich bei spezifischen Reiseplänen „NO“ angegeben und als vorgesehenes Ankunftsdatum den 1. April 2019 angegeben. Für die Dauer meines Aufenthalts habe ich 6 Monate gewählt.
Have you made specific travel plans?: NO
Intended Date of Arrival: 01. APRIL 2019
Intended Length of Stay in U.S.: 6 MONTH(S)
Wenn ihr in die USA einreisen wollt müsst ihr eine Adresse angeben, wo ihr euch aufhalten werdet. Hier könnt ihr die Adresse von Freunden vor Ort angeben, die ihr vorher besucht, oder von Trail Angles die dies anbieten (Scout and Frodo in San Diego) oder von eurem Hotel, wo ihr die ersten Nächte verbleibt. Hier solltet Ihr jedoch mit dem Hotel abklären, ob dies in Ordnung ist.
Formular DS – 160 – Seite 5 – Reise
Mitreisende
Wenn Ihr allein reist, ist dieses Formular einfach auszufüllen und ihr klickt auf „No“. Reist mit einer Reisegruppe oder Freunden, müsst ihr hier ihre Daten eingeben. Meine Angabe:
Are there other persons traveling with you?: NO
Formular DS – 160 – Seite 6 – Mitreisende
Vorherige USA Reisen
Auf dieser Seite gebt ihr an, ob Ihr schon einmal die USA besucht habt oder ein Visumsantrag von euch abgelehnt wurde. Weiterhin müsst ihr angeben ob jemand anderes in eurem Namen ein Visumsantrag eingereicht hat. Da bei mir keiner der Fälle zutraf, konnte ich alles verneinen. Meine Angaben:
Have you ever been in the U.S.?: NO
Have you ever been issued a U.S. Visa?: NO
Have you ever been refused a U.S. Visa, or been refused admission to the United States, or withdrawn your application for admission at the port of entry?: NO
Have you ever been denied travel authorisation by the Department of Homeland Security through the Electronic System for Travel Authorisation: NO
Has anyone ever filed an immigrant petition on your behalf with the United States Citizenship and Immigration Services?: NO
Formular DS – 160 – Seite 7 – vorherige US Reisen
USA Kontakt
Für das weitere Bearbeiten des Visums ist es nun notwendig eine Kontaktperson aus den USA anzugeben, welche bei Bedarf eure Identität bestätigen kann. Wenn Ihr niemanden in den USA persönlich kennt, könnt ihr auch hier wieder die Adresse von Trail Angels angeben, wenn diese dies anbieten. Klärt das jedoch vorher mit Ihnen ab.
Formular DS – 160 – Seite 8 – Kontaktperson in den USA
Familie
Auf der neunten Seite des Formulars werden die Namen und Geburtsdaten euer Eltern sowie nahe und ferne Verwandte in den USA abgefragt.
Formular DS – 160 – Seite 9 – Familien Informationen
Arbeit, Ausbildung, Fortbildung
Gegenwart: Der Bereich Arbeit, Ausbildung und Fortbildung wird in die drei Teile „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „zusätzliche Informationen“ eingeteilt. Auf Seite 10 des Formulars wird der aktuelle Arbeitgeber, Ausbildungsstelle oder Hochschule/ Universität mit Adresse und monatlichem Einkommen abgefragt. Außerdem wird eine Beschreibung der Tätigkeit, der Ausbildung oder des Studiums verlangt.
Formular DS – 160 – Seite 10 – aktuelle Arbeitsstelle, Ausbildung oder Studium
Vergangenheit: Im zweiten Bereich werden von euch die vorherigen Arbeitgeber und Ausbildungsstellen der letzten 5 Jahre abgefragt. Dazu werden nicht nur die Adressen, sondern auch die Namen eurer ehemaligen Vorgesetzten abgefragt.
Formular DS – 160 – Seite 11 – vorherige Arbeitsstellen oder Studien in den letzen 5 Jahren
Zusätzliche Informationen: Im letzten Teil des Bereichs werden zusätzliche Informationen abgefragt. Dazu gehört die Frage ob ihr einem Clan oder Stamm angehört, beim Militär ward, welche Sprachen ihr sprecht und in welche Länder ihr in den letzen 5 Jahren gereist seid.
Zusätzlich gibt es Fragen zur Zugehörigkeit von paramilitärischen oder aufständischen Gruppen oder ob ihr eine spezielle Ausbildung mit speziellen Waffen habt. Auch wenn diese Fragen für euch seltsam erscheinen, solltet ihr diese ernst nehmen und wahrheitsgemäß beantworten. Das Ganze könnte dann so aussehen:
Formular DS – 160 – Seite 12 – zusätzliche Informationen
Sicherheit und Hintergrund
Der Bereich Sicherheit und Hintergrund hat 5 Teile und sollte sehr ernst genommen werden, da es hier um sehr persönliche Fragen geht.
Ein wichtiger Hinweis auf der Webseite ist, dass eine mit „YES“ beantwortet Frage nicht automatisch die Nichtberechtigung für ein Visum bedeutet. Wenn eine Frage mit „YES“ beantwortet wurde, kann es sein, dass man persönlich vor einem Konsularbeamten erscheinen muss, welcher die Antwort in einem persönlichen Gespräch klärt.
Im ersten Teil werden Fragen zum Gesundheitszustand abgefragt (Krankheiten, psychologische Erkrankung, Drogenabhängigkeit)
Im zweiten Teil werden unter anderem Fragen zur kriminellen Vergangenheit, Prostitution, Geldwäsche und Menschenhandel abgefragt.
Der dritte Teil enthält Fragen zu Spionage, terroristischer Aktivität, Auftragstötung oder Massenmord.
Der vorletzte Teil des Bereichs Sicherheit und Hintergrund stellt die Frage, ob ihr schon einmal versucht habt (oder jemandem dabei geholfen habt) ein US Visum durch Betrug, vorsätzliche Falschdarstellung oder andere rechtswidrige Mittel zu erhalten.
Im letzen Teil werden abschließend Fragen zu Sorgerecht, Wahlbetrug und Verzicht der US Bürgerschaft zur Steuerhinterziehung abgefragt.
Habt Ihr alle fünf Teile wahrheitsgemäß ausgefüllt geht es weiter zum Foto.
Foto
Auf der ersten Seite des Fotoformulars kommt noch einmal der Hinweis, dass Brillen seit dem 1. November 2016 nicht mehr auf Fotos zugelassen sind. Anschließend klickt ihr auf den Uploadbutton und eine neue Seite öffnet sich. Hier könnt ihr eure Bilddatei auswählen und hochladen. Anschließend sollte die Nachricht kommen, dass euer Foto die Qualitätsstandards bestanden hat.
Foto hochladen
Zusammenfassung und Bestätigung
Im nächsten Schritt kommt ihr ins sogenannte „Review“, wo ihr noch einmal alle angegebenen Informationen überprüfen und gegebenenfalls ändern könnt.
Auf der nächsten Seite erscheint ein Text, welcher sorgfältig gelesen werden sollte. Anschließend unterschreibt Ihr das Formular elektronisch und reicht es ein.
Formular Unterschreiben und Einreichen
Die Finale Bestätigungsseite enthält einen Barcode und muss ausgedruckt zum Visumsinterview mitgebracht werden.
Visumsgebühr und Interviewtermin
Habt Ihr den Visumsantrag erfolgreich eingereicht, müsst ihr anschließend die Visumsgebühr überweisen. Dazu geht ihr auf die Webseite https://cgifederal.secure.force.com/ und legt ein Profil an. Die Gebühr wird in US-Dollar angezeigt, gezahlt werden muss allerdings in Euro. In meinem Fall waren dies 136,00 € (aufgrund von Währungsschwankungen kann dies auch mehr oder weniger sein).
Habt ihr ein Profil angelegt klickt ihr auf „Neuer Antrag/ Termin vereinbaren“ und gebt die geforderten Daten zum Visum ein. In meinem Fall:
Visumkategorie: Nichteinwanderungsvisum
Diplomatische Vertretung: Frankfurt
Visakategorie: All Others
Visakategorie: B2
Anschließend gebt ihr eure Daten vom Reisepass sowie eure DS-160 Bestätigungsnummer ein.
Auf der Zahlungsseite klickt ihr auf „Zahlungsoption“, wählt eine Zahlungsmethode aus und überweist das Geld. Ihr erhaltet hier eine Referenznummer die unbedingt aufbewahrt werden muss, um einen Termin zu vereinbaren. WICHTIG: Die Bearbeitungsgebühr für Visumsanträge ist nicht rückerstattbar. Alle weiteren Infos zu den Zahlungsoptionen findet ihr hier: http://cdn.ustraveldocs.com/de_de/de-niv-paymentinfo.asp.
In letzten Schritt vereinbart ihr über eurer Profil und der vergebenen Referenznummer einen Termin. Bei mir sah der Terminkalender sehr gut aus und ich habe innerhalb von 7 Tagen einen Termin bekommen.
Das Interview
Ich war vor dem Interview super aufgeregt und habe akribisch alle Dokumente zusammengesammelt. Lieber mehr Infos dabei haben als zu wenig, es geht schließlich um ein Visum für die USA.
Notwendige Dokumente:
Reisepass
DS-160 Bestätigungsseite
gedruckte Kopie des Terminbestätigungsschreibens
aktuelles Passfoto (nicht älter als 6 Monate)
Unterstützende Dokumente
Gehaltsabrechnung der letzen 3 Monate
Schreiben meines Arbeitgebers
Kontoauszug
Karte vom PCT
Die Sicherheitsvorschriften in den US Konsulaten sind sehr hoch, deshalb schaut euch auf jeden Fall noch einmal die folgende Seite an: Sicherheitsvorschriften US Konsulat. Elektronische Geräte dürfen nicht mit in das Konsulat geführt werden, können aber am Eingang abgegeben werden. Da ich dies vorher nicht wusste, bin ich mit einem klassischen Papierticket der Deutschen Bahn und ohne Uhr oder Telefon zum Konsulat nach Frankfurt gefahren. Irgendwie ein komisches Gefühl.
Nach dem passieren der Sicherheitskontrolle werden digitale Fingerabdrücke abgenommen und man stellt sich anschließend an einem Interviewschalter an. Als ich an der Reihe war gingen mein Puls und die Aufregung hoch. Ich hatte eine sehr nette Beamtin die mir zum Visum ein paar Fragen stellte, welche ich beantwortete.
Was wollen Sie in den US machen?
Was sind Sie von Beruf?
Wie können Sie sich die Reise leisten?
Sie hörte sich meine Antworten an, überlegte kurz, schaute auf Ihren Rechner, schaute mich noch einmal an und sagte: „Ok, Ihr Visum ist genehmigt, wir senden Ihnen den Reisepass auf dem Postweg zu. Das kann bis zu 2 Wochen dauern.“ Ich atmete tief durch und war super glücklich. Zwei Wochen später lag mein Reisepass mit gültigem Visum im Briefkasten.
Fazit
Um ein Visum für die USA zu bekommen, gibt es ein paar Dinge und Dokumente die gut vorzubereiten sind. Wenn Ihr gut strukturiert an die Sache herangeht, sollte dies jedoch kein Problem sein. Am Ende entscheiden natürlich immer die US Beamten im Konsulat, ob ein Visum vergeben wird oder nicht. Eine Garantie für ein Visum gibt es also nicht.
Ein weiterer wichtiger Punkt auf meiner Checkliste für den Pacific Crest Trail war das PCT Permit, was nicht einfach zu bekommen war. Hier geht es direkt zu meinem Beitrag PCT Permit – Das Glück mit der Bewerbung.
Ich hoffe ich konnte euch mit diesem Beitrag einen kleinen Einblick in den Prozess für ein US Visum geben. Falls euch dieser Beitrag gefallen hat, freue ich mich über ein Like, ein Herz oder ein Lächeln auf eurem Gesicht. Falls ihr Fragen, Anregungen oder Kritik habt, freue ich mich auf eure Kommentare.
Um auf dem Pacific Crest Trail zu wandern braucht man ein Permit, welches einem erlaubt auf dem PCT zu reisen und zu campen. Auf der Webseite der PCT Association (PCTA) gibt es dafür viele hilfreiche Tipps, die während des Bewerbungsprozesses jedoch nur bedingt weiterhelfen.
Warum es so schwierig ist ein Permit für den PCT zu bekommen und warum man verdammt viel Glück beim Bewerbungsprozess braucht, zeige ich euch in diesem Beitrag.
Für die Bewerbung eines PCT Permits von Mexiko nach Kanada gibt es zwei wichtige Daten: der 14. November und der 15. Januar. An diesen beiden Tagen werden 19:30 deutscher Zeit (10:30 a.m. Pacific Time) Plätze für das neue PCT Jahr freigeschaltet. Am 14. November werden 35 Plätze pro Tag und am 15. Januar 15 weitere Plätze pro Tag freigegeben. Das bedeutet es werden pro Tag maximal 50 Permits ausgestellt. Hintergrund für diese Maßnahme ist der Schutz der Natur, was ich vollkommen begrüße.
Da es jedoch nur ein vergleichsweise geringes Zeitfenster für den Start des PCT gibt, sind die Plätze vom 01. April bis zum 12. Mai sehr begehrt. Diese 6 Wochen werden als optimales Zeitfenster für den Start des PCT gesehen. Startet man früher, kann in den Sierras (welche man nach ca. 7 Wochen erreicht) noch zu viel Schnee liegen, sodass diese nicht passierbar sind. Startet man zu spät, kann ein früher Wintereinbruch ende September in Washington zu einer echten Gefahr werden.
In diesem Zeitfenster von 6 Wochen stehen also 2.100 Plätze zur Verfügung. Laut PCTA Statistik wurden jedoch allein im Jahr 2018 für eine komplette Wanderung von Mexiko nach Kanada 4.506 Permits vergeben. Wenn man sich nun ein Startdatum wie ich ausgesucht hat (7. April), stehen die Chancen ein Permit für diesen diesen Tag zu bekommen bei unglaublichen 1,11%. Naja, besser als nichts.
Mein erster Versuch
Es ist der 14. November 2018 19:20 Uhr deutscher Zeit und ich schalte meinen Computer ein. Es wird empfohlen nicht zu früh auf die Webseite zu kommen, da man dadurch keinen Vorteil hat. Wer vor 19:30 (10:30 a.m. Pacific Time) auf die Webseite kommt, erhält einen zufällig Platz in der Warteschlange.
Ich gehe kurz vor halb acht auf die PCT Permit Bewerbungsseite und es öffnet sich ein Bildschrim mit Timer und dem Hinweis, dass bereits 19:10 Uhr mehr als 2.000 Leute in der Warteschlange sind. Oha… na ob das gut geht.
Die Warteschlange
Punkt 19:30 erhalte ich meine Nummer in der Warteschlange… es ist Platz 3.613, meine geschätzte Wartezeit beträgt mehr als einer Stunde…. Ich überschlage kurz meine Chancen für den 7. April und komme zu dem Schluss, dass es eigentlich unmöglich ist.
Bewerbungsprozess für das PCT Permit
Nach einer Stunde und 55 Minuten bin ich endlich an der Reihe. Inzwischen sind jedoch alle freigegebenen Plätze im April belegt. Ich gehe zurück in den März und vor in den Mai. Auch hier sind fast alle Plätze belegt. Hinzu kommt, dass man sich verdammt schnell entscheiden muss.
Ich sehe, dass am 23. März erst 26 Plätze belegt sind und überlege ob ich so früh starten soll. Nach ein paar Sekunden entscheide ich mich dazu, will das Datum anklicken und erhalte die Meldung, dass die 35 Plätze für diesen Tag ebenfalls belegt sind. Zu diesem Zeitpunkt sind alle freigegebenen Plätze vom 10 März bis zum 25 Mai voll. Das war wohl nichts.
Ruhig bleiben und Alternativen suchen
Verwirrung, Enttäuschung, Wut und etwas Panik steigen in mir auf. Ich versuche dennoch Ruhe zu bewahren und mir Alternativpläne zu überlegen. Ein Blick auf die PCT Webseite hilft mir die Folgenden Überlegungen anzustellen.
Plan A: Ich warte bis zum 15. Januar und bekomme mit etwas Glück ein Permit zum passenden Startdatum.
Plan B:Empfohlene Vorgehensweise auf der PCTA Webseite, sollte man kein Permit zum Wunschtermin erhalten: Ich starte weiter nördlich ab Meile 152 am Pines to Pals Scenic Byway CA SR 74. Das ist der erste Punkt hinter der mexikanischen Grenze, für den die „max. 50 Permits pro Tag“ Regel nicht mehr gilt. Hier kann man sich also in Ruhe sein Startdatum aussuchen, südlich zur mexikanischen Grenze wandern und anschließend zum Startpunkt zurück trampen, um weiter Richtung Kanada zu gehen.
Plan C: Ich starte nicht wie geplant an der mexikanischen Grenze sondern von der kanadischen und wandere südwärts (Southbound) von Kanada nach Mexiko.
Für mich kommen eigentlich nur Variante eins und zwei in Frage. Nun gilt es bis zum 15. Januar zu warten. Sollte ich kein Permit bekommen, werde ich Plan B in Betracht ziehen und etwas weiter nördlich starten.
Mein zweiter Versuch
Es ist der 15. Januar 2019 und ich bin verdammt aufgeregt. Um meine Chancen zu erhöhen greife ich die Trickkiste – eigentlich machen es alle so und ich habe ein unwohles Gefühl, dass man sowas machen muss, um überhaupt eine Chance zu haben. Der Trick sieht folgendermaßen aus: Öffne die Bewerbungsseite in 4 unterschiedlichen Browsern, um 4 Identifikationsnummern für die Warteschlange zu bekommen.
Bewerbung für das PCT Permit in mehreren Browsern
Hat es geholfen? Nicht wirklich… mein bester Warteschlangenplatz ist 2.913. Die anderen drei Warteschlangenplätze sind in den hinteren Dreitausendern angegliedert… Das fängt echt gut an und ich beschließe mein Zeitfenster zum Starten auf 6 Wochen zu erweitern. Mein neuer Zeitrahmen liegt nun zwischen dem 25. März und dem 05. Mai.
Nach knapp einer Stunde komme ich ins Bewerbungsportal und sehe, dass der komplette April bis zum 15 Mai ausgebucht ist – Mist! Im März ist am 19. ein Platz frei! Das liegt zwar nicht in meinem Zeitrahmen aber ich will mich schnell entscheiden, bevor der Platz weg ist.
Ich schlage zu, Permit in der Tasche! Bääääm! Ich gehe durch den Bewerbungsprozess, erhalte eine Bestätigungs-E-Mail und bin überglücklich. Jetzt habe ich mir ein Bier verdient – Prost.
Glück im richtigen Moment – mein neues Startdatum
Am nächsten Tag habe ich Spanisch Unterricht und will meinem Spanischlehrer zeigen wie das mit dieser Permit Bewerbung abläuft. Damit er es besser versteht, hole ich mein Smartphone aus der Tasche und gehe auf die PCT Permit Bewerbungsseite. Als ich die Kalenderübersicht aufmache traue ich meinen Augen nicht! Am 5. April ist ein Platz frei!
PCT Bewerbung – freier Platz im Kalende
Ich lasse alles stehen und liegen, logge mich im Bewerbungsportal mit meinen Daten aus der Bestätigungs-E-Mail ein und versuche mein Startdatum zu ändern. Es funktioniert! Mein neues Startdatum ist der 5. April.
Keine 5 Minuten später ist mein freigegebener Platz am 19. März von jemand anderem belegt. Ich sag mal so: Verdammt viel Glück gehabt… 😀 Nach zwei Wochen ist mein Permit im Bewerbungsportal zum Download freigegeben! YIIIHAAAA!
Fazit
Ich muss ehrlich gestehen, dass mich dieser ganze Bewerbungsprozess viel Energie gekostet und einen ziemlichen Druck aufgebaut hat. Nicht zu wissen wann es endlich losgeht und ob es überhaupt losgeht ist sehr nervenaufreibend. Auf der anderen Seite haben viele deutsche Wanderer ohne Probleme ein Permit zum Wunschtermin erhalten.
Um ein PCT Permit zu bekommen braucht man also etwas Glück, Geduld, einen Plan B und ein breites Zeitfenster in dem man bereit ist zu starten (mindestens 6 Wochen). Bleibt also flexibel und hofft auf das Beste!
UPDATE:Auf meinem PCT 2019 habe ich Patrick aus Karlsruhe kennengelernt. Sein Trailname war „The First One“. Warum? Er war am 14. November 2018 der Erste in der Warteschlange und hatte ALLE möglichen Starttermine zur freien Auswahl. Es gehört also wirklich eine ordentliche Portion Glück zu dazu.
Ich hoffe ich konnte euch mit diesem Beitrag einen kleinen Einblick in meinen Bewerbungsprozess für ein PCT Permit geben. Falls euch dieser Beitrag gefallen hat, freue ich mich über einen Like, ein Herz oder ein Lächeln auf eurem Gesicht. Falls ihr Fragen, Anregungen oder Kritik habt, freue ich mich auf eure Kommentare.
Gibt es auf der achten Etappe des Rheinsteigs Einkaufsmöglichkeiten? In Koblenz gibt es viele Einkaufsmöglichkeiten, da Koblenz mit ca. 112.000 Einwohnern zu einer der größten Städte auf dem Rheinsteig zählt. In Braubach gibt es zum auffüllen des Proviants einen Netto Supermarkt. Auf dem Weg von Koblenz nach Braubach gibt es hingegen keine direkten Einkaufsmöglichkeiten, nur ein kleines Restaurant mit dem Namen „Zum Schleusenhäuschen“, was jedoch nicht immer geöffnet ist.
Gibt es auf der achten Etappe des Rheinsteigs die Möglichkeit Wasser nachzufüllen? Mit einem guten Wasserfilter wie dem Keine Produkte gefunden. kann man in der Ruppertsklamm Wasser nachfüllen und filtern. Im Restaurant „Zum Schleusenhäuschen“ kann man ebenfalls Wasser nachfüllen, wenn dies geöffnet ist.
Wo kann man auf der achten Etappe des Rheinsteigs übernachten? In Braubach gibt es verschiedene Hotels und Pensionen. Ich habe an diesem Tag im Hotel „Zum Weissen Schwanen“ übernachtet, da ich noch ziemliche Schmerzen und Probleme mit meinen Blasen hatte. Alternativ gibt es 1,5 Kilometer vor und hinter Braubach direkt auf dem Rheinsteig Schutzhütten, an denen ein Not/- Wildcamplager aufgeschlagen werden kann. Ich habe hier auch schon einmal gezeltet.
Wie ist die Kennzeichnung des Weges auf der achten Etappe des Rheinsteigs? Die Kennzeichnung ist sehr gut und man kann sich eigentlich nicht verlaufen.
Karte – Von Koblenz nach Braubach
3. Juni 2018 16:54
Distanz20 km
Zeit5 h 24 min
Geschwindigkeit4.0 km/h
Min Höhe61 m
Gipfel352 m
Aufsteigen975 m
Absteigen971 m
DistanceInstructions
Label
Koblenz im Sonnenaufgang
Nachdem ich den Zeltplatz am Deutschen Eck verlassen habe gehe ich erst einmal zu einem Bäcker und gönne mir ein kleines Frühstück. Anschließend geht es durch die Altstadt von Koblenz zum Rhein und zurück auf den Rheinsteig. Koblenz im Sonnenaufgang ist wirklich schön anzusehen.
Am Rheinufer sehe ich, wie zwei Mitarbeiter vom Ordnungsamt einen Wildcamper ertappen und hochgehen lassen. In Koblenz empfiehlt es sich also nicht wild zu campen.
Direkt hinter Koblenz geht es bei fantastischem Wetter direkt in den Wald mit unglaublich schöner Natur in Richtung Ruppertsklamm. Auch heute habe ich noch erhebliche Schmerzen durch Blasen an meinen Füßen, welche jedoch gut verheilen.
Auch meine zu kleinen Schuhe dehnen sich etwas und passen sich meiner Fußform immer besser an. Durch regelmäßiges verarzten meiner Füße und viele kleine Pausen komme ich vorwärts. Mein nächstes Ziel ist die Schutzhütte Ruppertsklamm.
Die Ruppertsklamm
Die Ruppertsklamm ist ein in Festgestein eingeschnittenes, schmales Tal von knapp einem Kilometer mit einem kleinen Bach. Ich muss gestehen, dass ich zu Beginn nicht sehr viel von der Ruppertsklamm erwartet habe, wurde jedoch von der Schönheit dieser Klamm und der umgebenden Natur überwältigt.
Wer auf die Idee kommt eine Abkürzung zu nehmen, um die Ruppertsklamm zu umgehen, verpasst eine der schönsten Passagen auf dem Rheinsteig. Es lohnt sich auf jeden Fall durch die Ruppertsklamm zu wandern!
„Der Sinn des Reisens ist es, an ein Ziel zu kommen, der Sinn des Wanderns ist es, unterwegs zu sein.“
Theodor Heuss.
Von Lahnstein nach Braubach
Hinter der Ruppertsklamm erreicht man Lahnstein und geht entlang der Lahn zum Restaurant „Zum Schleusenhäuschen“. Wenn das Schleusenhäuschen geöffnet hat, kann man hier eine hervorragende Pause einlegen und sich stärken. Anschließend geht es weiter nach Braubach.
Ein steiler Anstieg führt anschließend durch ein paar kleiner Dörfer und wunderschöne Natur. Nach einem steilen und anspruchsvollen Abstieg erreicht man Braubach und kann die Tagesetappe abschließen.
Kurz vor Braubach hat man eine atemberaubende Aussicht auf die Marksburg und auf den Rhein. Hier gibt es auch eine Schutzhütte, an der man zur Not ein Campinglager aufschlagen könnte.
Fazit
Die achte Etappe des Rheinsteigs gehört meiner Meinung nach zu den schönsten Etappen des Rheinsteigs. Der Weg durch die Ruppertsklamm und atemberaubende Natur, aber auch die abschließende Aussicht auf die Marksburg kurz vor Braubach sind wahre Höhepunkte dieser Etappe.
Tagestour: Die Strecke von Koblenz nach Braubach kann man auch sehr gut als einzelne Tagesetappe wandern. Von Braubach fährt ein Zug, mit dem man stündlich nach Koblenz zurück fahren kann.
Ich hoffe ich konnte euch mit diesem Beitrag einen kleinen Einblick in die achte Etappe des Rheinsteigs geben, welche zu den schönsten Etappen des Rheinsteigs gehört. Falls euch dieser Beitrag gefallen hat, freue ich mich über einen Like, ein Herz oder ein Lächeln auf eurem Gesicht. Falls ihr Fragen, Anregungen oder Kritik habt, freue ich mich auf eure Kommentare.
Gibt es auf der siebten Etappe des Rheinsteigs Einkaufsmöglichkeiten? Ja, in Vallendar und besonders in Koblenz gibt es viele Einkaufsmöglichkeiten, da es sich hier um eine größere Städte handelt.
Gibt es auf der siebten Etappe des Rheinsteigs die Möglichkeit Wasser nachzufüllen? Ja, entlang des Rheinsteigs gibt es verschiedene Raststätten im Wald sowie kleinere Dörfer und Städte in denen man Wasser nachfüllen kann.
Wo kann man auf der siebten Etappe des Rheinsteigs übernachten? In Koblenz gibt es viele Hotels und Pensionen aber auch eine Jugendherberge in der Festung Ehrenbreitstein. Hier sollte man jedoch vorher ein Bett reservieren. Alternativ liegt in Koblenz gegenüber vom deutschen Eck ein sehr schöner und guter Zeltplatz.
Wie ist die Kennzeichnung des Weges auf der siebten Etappe des Rheinsteigs? Die Kennzeichnung ist hinter Sayn nicht immer ganz klar. Im Wald hinter Sayn sollte man daher aufmerksam schauen. Hat man nach 15 Minuten kein Rheinsteig Symbol gesehen, hat man sich wahrscheinlich verlaufen. Dann hilft nur zurückgehen und nach Symbolen Ausschau halten.
Karte – Von Sayn nach Koblenz
3. Juni 2018 16:51
Distanz20 km
Zeit5 h 20 min
Geschwindigkeit4.0 km/h
Min Höhe63 m
Gipfel274 m
Aufsteigen944 m
Absteigen958 m
DistanceInstructions
Label
Nebliger Start auf dem Weg nach Koblenz
Ich breche früh aus Sayn auf und mache mich auf den Weg nach Koblenz. Der Weg führt zunächst an der Sayner Burg vorbei und geht anschließend wieder in den Wald. Ein dichter Nebel verhindert, dass die Sonne den Tag erhellt und die dichten Bäume wirken mystisch und gespenstisch. Mir wird jetzt klar woher die Grimm Brüder die Ideen für ihre Märchen hatten.
Am Pfadfinder Zeltplatzlager Brexbachtal treffe ich wieder auf eine Gedenktafel mit der folgenden Inschrift: „An dieser Stelle wurde am 6. April 1940 ein deutscher Soldat von einem Erschießungskommando wegen Fahnenflucht hingerichtet.“, welches den Wald noch gruseliger und gespenstiger wirken lässt.
Gegen Mittag hellt der Nebel auf und die Sonne kommt zum Vorschein. Ich mache eine Pause in der Waldgaststätte Wüstenhof, welche eine tolle Aussicht bietet und gut besucht ist. Irgendwie beschäftigt mich die Einsamkeit der Wanderung so sehr, dass ich mich in einem echten Tief befinde. Ich gönne mir ein alkoholfreies Bier und einen Cappuccino und hoffe, dass es mir danach besser geht. Doch irgendwie klappt das nicht.
Das Gespräch mit einem Freund
Ich hole daraufhin mein Smartphone aus der Tasche und versuche mich abzulenken. Da sehe ich, dass mein guter Wanderfreund Basti online ist, der zu diesem Zeitpunkt in Australien unterwegs ist. Wir beschließen kurzerhand zu Skypen und ich schütte Ihm mein Herz aus. Irgendwie ist alles scheiße: Kondensat im Zelt, keine Sau auf dem Rheinsteig unterwegs, Essen ist Mist und ich habe mir das alles irgendwie anders vorgestellt. Keine Ahnung wie Basti das gemacht hat, aber in zwei oder drei Sätzen hat er mich komplett umgekrempelt und wieder aufgebaut.
“Martin alter! Alles Kopfsache! Wenn du es schaffst hier deine Gedanken in den Griff zu bekommen, dann schaffst du alles! Und scheiß auf Kondensat im Zelt und schlechtes Essen. Das ist der Preis für deinen minimalistischen Lebensstil. Das ist der Kompromiss den du als Hiker eingehst!”
Mein Wanderfreund Basti per Skype
Ich weiß nicht wie andere darauf reagiert hätten, aber mich haben Bastis Worte echt motiviert weiterzugehen und meine Einstellung zu mir selbst und dem Rheinsteig zu ändern. Danke Basti!
Das Kondensatproblem habe ich anschließend so gelöst, dass ich mein Microfaserhandtuch zum aufwischen des Kondensates genommen habe, was besser funktioniert hat als ich zunächst gedacht habe. Damit brauchte ich jetzt nur noch das Handtuch trocken bekommen anstatt des ganzen Zeltes. Auch wenn sich die Lösung einfach anhört, ich bin nur durch den Anstoß von Basti und der Änderung meiner Einstellung darauf gekommen.
Ankunft in Koblenz
Es geht weiter nach Koblenz und ich bin fest entschlossen den Rheinsteig weiterzugehen und meine Gedanken in den Griff zu bekommen. Es geht wieder durch Wälder, die kleine Stadt Vallendar, kleinere Dörfer und schließlich zum Festungspark Koblenz. Hier thront die Festung Ehrenbreitstein über der Stadt Koblenz.
In Koblenz angekommen, will ich zu der Jugendherberge auf der Festung Ehrenbreitstein, welche jedoch restlos ausgebucht ist. Zum Glück gibt es in Koblenz direkt gegenüber vom deutschen Eck einen wunderschönen Zeltplatz, den ich daraufhin direkt ansteuere.
Ich hoffe ich konnte euch mit diesem Beitrag einen kleinen Einblick in die siebte Etappe des Rheinsteigs geben. Falls euch dieser Beitrag gefallen hat, freue ich mich über einen Like, ein Herz oder ein Lächeln auf eurem Gesicht. Falls ihr Fragen, Anregungen oder Kritik habt, freue ich mich auf eure Kommentare.
In diesem Beitrag erzähle ich euch von meiner sechsten Etappe auf dem Rheinsteig von Rengsdorf nach Sayn, vorbei am Nonnenley Aussichtspunkt und durch viele Wälder. Der Beitrag ist Teil meiner Rheinsteigserie, hier geht es zur Etappenübersicht und hier zurück zur fünften Etappe.
Tag:
02. September 2017
Start:
09:00 Uhr – Hotel Waldterasse in Rengsdorf
Ziel:
13:00 Uhr – Sayn – Unterkunft bei einem Freund
Distanz:
15 km / 9,32 Meilen
Wichtige Hinweise für die 6. Etappe
Gibt es auf der sechsten Etappe des Rheinsteigs Einkaufsmöglichkeiten? Nein, auf der gesamten Etappe gibt es keine Einkaufsmöglichkeiten. Da die Strecke jedoch vergleichsweise kurz ist, kann man in Sayn neue Vorräte kaufen. Gibt es auf der sechsten Etappe des Rheinsteigs die Möglichkeit Wasser nachzufüllen? Nein, auf der gesamten Etappe gibt es keine Möglichkeit Wasser nachzufüllen. Es sollte also genügend Wasser mitgenommen werden. Wo kann man auf der sechsten Etappe des Rheinsteigs übernachten? In Sayn gibt es hervorragende Gäste- und Ferienhäuser, welche jedoch sehr teuer sind. Alternativ kann man hinter Sayn kann man auf dem Pfadfinder Campingplatz Bexbachtal Campen. Wie ist die Kennzeichnung des Weges auf der sechsten Etappe des Rheinsteigs? Der Weg ist sehr gut ausgeschildert und man kann sich eigentlich nicht verlaufen.
Karte – Von Rengsdorf nach Sayn
3. Juni 2018 16:48
Distanz15 km
Zeit3 h 50 min
Geschwindigkeit4.0 km/h
Min Höhe76 m
Gipfel325 m
Aufsteigen674 m
Absteigen903 m
DistanceInstructions
Label
Der Nonnenley Aussichtspunkt
Nachdem ich gut ausgeschlafen und ein mittelmäßiges Frühstück im Hotel Waldterrasse genossen habe, ging es hinter Rengsdorf direkt in den Wald und zum Nonnenley Aussichtspunkt. Hier hat man eine fantastische Aussicht und es besteht die Möglichkeit zum Not-/Wildcampen, wenn man in Rengsdorf keine Alternativunterkunft findet. Atemberaubend, wunderschön und vollkommen faszinierend laufe ich durch den Wald. Trotz einer sehr trockenen Wetterperiode kreiert der Wald sein eigenes Klima. Es ist unglaublich, wie viel Wasser und Feuchtigkeit der Wald für sich und seine Lebewesen bereithält.
Es fühlt sich ein bisschen an wie in einem Gewächshaus – hohe Luftfeuchte, geregelte Temperaturen und überall wimmelt es von Leben – ich bin echt beeindruckt. Der Gesamte Weg nach Sayn führt durch den Wald.
Ankunft in Sayn – eine mentale Herausforderung
Nach nur 4 Stunden erreiche ich Sayn und besuche meinen alten Kollegen Dennis, bei dem ich auch übernachte. Er erzählt mir von einem alten Kollegen, der im Urlaub ums Leben gekommen ist und wie es auf der Beerdigung war. Ich hab mit diesem Kollegen ein Zimmer geteilt und die ganze Geschichte nimmt mich richtig mit. Es scheint, als ob der Tod das Hauptthema auf dem Rheinsteig für mich ist. Nachdem ich am fünften Tag mit den vielen Gedenktafeln in den kleinen Dörfern am Rheinsteig zum ersten und zweiten Weltkrieg kaum Umgang gefunden hatte, nun eine Nachricht die mich direkt betrifft und den Gedankenkreislauf wieder in Schwung bringt. Es fällt mir schwer auf positive Gedanken zu kommen. Dennis meint darauf hin, dass er am Nachmittag ein Fußballspiel hat und fragt mich, ob ich mitkommen möchte. Ich nehme dankend an und schaue mir das Fußballspiel der Kreisligaspiel D an. Nicht spektakulär aber dennoch etwas Abwechslung.
Wie kann man einen Menschen beweinen, der gestorben ist? Diejenigen sind zu beklagen, die ihn geliebt und verloren haben. Helmuth von Moltke
Dennis fragte mich nach dem Spiel, ob ich noch mit auf das Burgfest in Sayn kommen möchte, ich lehne jedoch ab, da ich total platt bin. Die letzten Tage waren verdammt hart zu laufen. Neben der körperlichen Anstrengung haben die Einsamkeit und die Nachricht vom Tod eines alten Kollegen ziemlich an mir genagt. Ich beschließe schlafen zu gehen und bereue diese Entscheidung keine Sekunde.
Fazit des Tages: Freunde und Familie zu haben mit denen man sich austauschen kann ist verdammt wichtig – auf einer Wanderung und im echten Leben. Hier geht es nun direkt zur siebten Etappe.
Ich hoffe ich konnte euch mit diesem Beitrag einen kleinen Einblick in die sechste Etappe des Rheinsteigs geben. Falls euch dieser Beitrag gefallen hat, freue ich mich über einen Like, ein Herz oder ein Lächeln auf eurem Gesicht. Falls ihr Fragen, Anregungen oder Kritik habt, freue ich mich auf eure Kommentare.
Liebe Grüße, Martin
In diesem Beitrag erzähle ich euch von meiner fünften Etappe auf dem Rheinsteig von Leutesdorf nach Rengsdorf auf der viele Gedenktafeln an den ersten und zweiten Weltkrieg meine Gedanken bestimmen. Dies führte sogar soweit, dass ich mich verlaufen habe und dies erst nach über einer Stunde bemerkte. Der Beitrag ist Teil meiner Rheinsteigserie, hier geht es zur Etappenübersicht und hier zurück zur vierten Etappe.
Tag:
01. September 2017
Start:
09:00 Uhr – Zeltplatz Leutesdorf
Ziel:
18:00 Uhr – Rengsdorf
Distanz:
18 km / 11,18 Meilen
Wichtige Hinweise für die 5. Etappe
Gibt es auf der fünften Etappe des Rheinsteigs Einkaufsmöglichkeiten? In Leutesdorf und auf dem Weg nach Rengsdorf gibt es so gut wie keine Einkaufsmöglichkeiten. In Feldkirchen gibt die Raststätte Rheingast für Rheinsteigwanderer. Im Norden von Rengsdorf gibt es einen Aldi Süd und einen REWE.
Gibt es auf der fünften Etappe des Rheinsteigs die Möglichkeit Wasser nachzufüllen? In Feldkirchen beim Rheingast und im Steakhaus Altwied, kann man Wasser nachfüllen lassen.
Wo kann man auf der fünften Etappe des Rheinsteigs übernachten? In Rengsdorf kann man im Hotel Waldterasse übernachten. Hier sollte man jedoch reservieren, da sich das Personal mit spontanem Besuch etwas schwer tut. Alternativ kann man am Nonnenley Aussichtspunkt Not-/Wildcampen, welcher sich knapp 300m hinter dem Hotel Waldterasse direkt auf dem Rheinsteig befindet.
Wie ist die Kennzeichnung des Weges auf der fünften Etappe des Rheinsteigs? Ich habe mich an diesem Tag einmal verlaufen, da ich tief in Gedanken versunken war und dies erst nach einer Stunde bemerkt habe. Ich habe die Stelle in der Karte markiert.
Karte – Von Leutesdorf nach Rengsdorf
3. Juni 2018 16:47
Distanz18 km
Zeit4 h 38 min
Geschwindigkeit4.0 km/h
Min Höhe78 m
Gipfel319 m
Aufsteigen920 m
Absteigen783 m
DistanceInstructions
Label
Mein Frühstück in Leutesdorf
Ich versuche erneut früh aufzustehen um Kilometer zu machen. Mein Wecker geht 7:00 Uhr und ich stelle fest, dass ich ziemlich viel Kondensatwasser im Zelt habe. Dass ich am Vorabend nahe am Zelt gekocht habe, hat sich nun als kleines Missgeschick herausgestellt. Der Wasserdampf sammelte sich im Zelt und ist in der Nacht als Kondensat an der Zeltwand niedergeschlagen. Irgendwie nimmt mich das etwas mit, denn mein Zelt und ein paar Klamotten sind Klitschnass. Ich muss die Sachen tagsüber irgendwie trocken bekommen.
Nachdem ich das Zelt abgebaut habe, geht es direkt nach Leutesdorf. Ein kleines Dorf ohne Bäcker oder Einkaufsmöglichkeit. Da ich noch kein Frühstück hatte, frage ich eine ältere Frau, ob ich in Leutesdorf irgendwo frühstücken kann. Die Dame lächelt mich an und schickt mich direkt zur Jugendherberge. Dort gibt es noch bis 09:00 Uhr Frühstück, ruft Sie mir hinterher und ich begebe mich direkt zu der modernen und schicken Jugendherberge.
Hier gibt es tatsächlich noch ein großes Buffet und ich genieße mein Frühstück. Später komme ich noch mit dem Koch der Jugendherberge ins Gespräch. Er kommt aus Rengsdorf, was mein heutiges Tagesziel ist, und wünscht mir viel Glück auf dem Weg.
Nach dem Frühstück breche ich auf und beschließe schon kurz hinter Leutesdorf eine erneute Pause einzulegen. Die Sonne prallt auf mich nieder und ich sehe dies als Chance mein Zelt, meinen Schlafsack und meine Klamotten zu trocknen. Eine kleine Schutzhütte mit Holzliege bietet sich dafür bestens an.
In Gedanken verloren – Gedenktafeln an den Krieg
Auf dem Weg nach Altwied gibt es auffällig viele Gedenksteine an den ersten und zweiten Weltkrieg, die mich sehr nachdenklich stimmten und mir teilweise Tränen in die Augen trieben. In vereinzelten Dörfern wurden die Männer und Söhne der Familien fast komplett ausgelöscht. Auf den Erinnerungstafeln standen zusätzlich zu den Namen der Gefallenen auch Sprüche zur Ermutigung der Hinterbliebenen.
„Der hohe Wald ist eine Kirche Drum geh mit Andacht da hinein Da singen Vöglein fromme Lieder Mit meinem Gott bin ich allein. Es stehen dir Tore allzeit offen Zu diesem Dom im stillen Hain Kannst – weinen, beten drin – und hoffen – Kannst auch Vergessen Tritt nur ein.“
Spruch im Wald neben einer Gedenktafel
Eine Wolke legte sich über mein Gemüt und es fällt mir schwer andere Gedanken zu kreieren oder gar zuzulassen. Die Frage nach den Kriegen und warum daraus nicht gelernt wird, bauten eine Gedankenspirale auf, aus der es mir so gut wie nicht gelingt zu entkommen. Es kommt sogar soweit, dass ich einen Abzweig auf dem Rheinsteig verpasse und erst nach einer Stunde merke, dass ich mich verlaufen habe.
Ankunft in Rengsdorf
In Rengsdorf angekommen gehe ich direkt in das Hotel Waldterasse. Ich brauchte ein Bett zum Ausschlafen und zum Nachdenken. Am Abend speise ich mit 5 anderen Wanderern aus Baden Württemberg, die einen Wanderweg laufen, der den Rheinsteig kreuzt. Eine Lustige Runde, die mich auf andere Gedanken bringt.
Erkenntnis des Tages: Es ist schwer alleine aus einer Gedankenspirale herauszukommen, wenn man nicht darauf vorbereitet ist. Hier geht es direkt zur sechsten Etappe.
Ich hoffe ich konnte euch mit diesem Beitrag einen kleinen Einblick in die fünfte Etappe des Rheinsteigs geben. Falls euch dieser Beitrag gefallen hat, freue ich mich über einen Like, ein Herz oder ein Lächeln auf eurem Gesicht. Falls ihr Fragen, Anregungen oder Kritik habt, freue ich mich auf eure Kommentare.
In diesem Beitrag erzähle ich euch von meiner vierten Etappe auf dem Rheinsteig von Linz am Schloss Arenfels vorbei nach Leutesdorf. Diese Etappe sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden, da es viele Auf- und Abstiege gibt. Der Beitrag ist Teil meiner Rheinsteigserie, hier geht es zur Etappenübersicht und hier zurück zur dritten Etappe.
Tag:
31. August 2017
Start:
07:00 Uhr – Hotel in Linz
Ziel:
18:00 Uhr – Zeltplatz Leutesdorf
Distanz:
27 km / 16,7 Meilen
Wichtige Hinweise für die 4. Etappe
Gibt es auf der vierten Etappe des Rheinsteigs Einkaufsmöglichkeiten? In Bad Hönningen (nach ca. 11km) gibt es einen Aldi Süd und einen REWE – dazu muss der Rheinsteig jedoch verlassen werden. Wer auf dem Campingplatz in Leutesdorf zelten möchte, sollte sich hier noch einmal mit Lebensmitteln eindecken, da es in Leutesdorf keine Einkaufsmöglichkeit gibt und auf dem Zeltplatz keine Nahrungsmittel angeboten werden (es gibt noch einen Pizza Lieferservice in Leutesdorf, den ich jedoch nicht ausprobiert habe).
Gibt es auf der vierten Etappe des Rheinsteigs die Möglichkeit Wasser nachzufüllen? Füllt eure Wasserflaschen in Bad Hönningen noch einmal auf, da es auf den letzten 10 km nach Leutesdorf keine Möglichkeit dazu gibt (außer man klingelt in Hammerstein bei Leuten und fragt nach Wasser – so habe ich es gemacht).
Wo kann man auf der vierten Etappe des Rheinsteigs übernachten? In Leutesdorf gibt es einen öffentlichen Zeltplatz und eine Jugendherberge. Wer in einem Hotel einchecken möchte kann im „Hotel Leyscher Hof“ oder in der Pension „Café Am Rheinsteig“ vorbeischauen. Beide sind sehr gut bewertet.
Wie ist die Kennzeichnung des Weges auf der ersten Etappe des Rheinsteigs? Der Weg ist sehr gut ausgeschildert, sodass man sich eigentlich nicht verlaufen kann.
Gibt es weitere Empfehlungen für die vierte Etappe des Rheinsteigs? Ja, startet auf jeden Fall gut ausgeruht in den Tag, da es sehr viele Auf- und Abstiege gibt und der Tag sehr lang und anstrengend werden kann.
Karte – Von Linz nach Leutesdorf
3. Juni 2018 16:45
Distanz27 km
Zeit7 h 31 min
Geschwindigkeit4.0 km/h
Min Höhe59 m
Gipfel282 m
Aufsteigen1398 m
Absteigen1304 m
DistanceInstructions
Label
Der erste Anstieg auf der vierten Etappe
Die angekündigten Gewitter sowie die Unwetterwarnung vom Vortag haben sich zum Glück nicht bewahrheitet. Nach einem sehr guten Frühstück im Linzer Brauhaus starte ich bei etwas Nieselregen in den Tag. Die Stadt Linz hat wirklich Charme, ist sehr sehenswert und es gibt tolle Fachwerkhäuser.
Kurz hinter Linz geht es steil bergauf und zur Belohnung gibt es wunderschöne Aussichten auf den Rhein. Was mir auf dieser Strecke besonders auffällt, sind die vielen Unterstellhütten und Plätze, auf denen man zur not Wildcampen könnte. Ein Bild, welches sich mir in den ersten Tagen nicht zeigte.
Vorbei an Schloss Arenfels
Einer der ersten Höhepunkte an diesem Tag ist das neugotische Schloss Arenfels in Bad Hönningen, auf welches man eine fantastische Aussicht genießen kann. Erbaut wurde die Burg Arenfels in den Jahren 1258 – 59 unter Gerlach von Isenburg und wurde ab dem Jahr 1848 unter der Schirmherrschaft von Graf Westerholt Arenfels zu einem Schloss umgebaut. Den Beinamen „Schloss des Jahres“ hat Schloss Arenfels aufgrund seiner 365 Fenster, 52 Türen und 12 Türme erhalten.
Während des Laufens merke ich, dass meine Beine und Füße gut unterwegs sind und ich kaum schmerzen spüre. Kurz vor Bad Hönningen mache ich eine kurze Pause und beschließe bis Leutesdorf zu laufen. Es ist gerade einmal 13:00 Uhr und ich habe die ersten 10 Kilometer hinter mich gebracht.
Hinter Bad Hönningen geht es direkt in eine Vogelschutzgebiet mit atemberaubender Naturkulisse. Nachdem ich das Vogelschutzgebiet verlassen habe, geht es wieder in den Wald und nach Hammerstein. Da mein Wasser langsam zur Neige geht versuche ich in Hammerstein einen Laden zu finden, es gibt jedoch keinen. Eine nette Frau füllt daher meine Wasserflasche auf und wünscht mir einen guten Weg nach Leutesdorf, was von Hammerstein noch ca. 5,5 km sind.
Zelten in Leutesdorf
Kurz vor Leutesdorf sehe ich auf meiner Karte, dass es in Leutesdorf einen offiziellen Zeltplatz gibt. Da ich mal wieder Lust zu zelten habe, begebe mich direkt zum lokalen Zeltplatz und baue mein Zelt auf. Auf dem Zeltplatz ist so gut wie nichts los, außer ein paar Dauercamper ist niemand da.
Der Zeltplatz liegt direkt am Rhein, weshalb ich nach meinem Zeltaufbau einen kurzen Spaziergang zum Rheinufer mache und mir einen unvergesslichen Sonnenuntergang erlebe. Ich genieße die Ruhe am Rhein und in der Natur.
Wie der Sternenhimmel: Still und bewegt!
Friedrich Hölderlin
Nachdem die Sonne untergegangen ist, gehe ich zurück zum Zeltplatz und bereite mein Abendbrot vor – Ramennudeln mit Brokkoli Käse Mischung. Unglaublich, wie gut mir dieses Abendbrot schmeckt. Anschließend schlüpfe ich in meinen Schlafsack und schlafe ein. Mein letzter Gedanke an diesem Tag: gefühlt werden meine Füße besser und die Schuhe weicher. Ein erster Hoffnungsschimmer für ein entspanntes Wandern in den nächsten Tagen.
Fazit des Tages: Da ich mein Essen im Zelt zubereitet habe, hatte ich am nächsten Morgen sehr viel Kondensat im Zelt. Meine Erkenntnis: Im Zelt kein heißes Essen zubereiten, da man ansonsten zu viel Kondensat im Einwandzelt hat. Hier geht es direkt zur fünften Etappe.
Ich hoffe ich konnte euch mit diesem Beitrag einen kleinen Einblick in die vierte Etappe des Rheinsteigs geben. Falls euch dieser Beitrag gefallen hat, freue ich mich über einen Like, ein Herz oder ein Lächeln auf eurem Gesicht. Falls ihr Fragen, Anregungen oder Kritik habt, freue ich mich auf eure Kommentare.
In diesem Beitrag erzähle ich von meinem dritten Tag auf dem Rheinsteig von Bad Honnef nach Linz am Rhein. Nachdem ich in der Jugendherberge von Bad Honnef geschlafen und meine Füße gut verarzten konnte, ging es heute nach Linz am Rhein. Der Beitrag ist Teil meiner Rheinsteigserie, hier geht es zur Etappenübersicht und hier zurück zur 2. Etappe.
Tag:
30. August 2017
Start:
08:00 Uhr – Jugendherberge Bad Honnef
Ziel
16:00 Uhr – Linz am Rhein
Distanz:
17 km / 10,5 Meilen
Wichtige Hinweise für die 3. Etappe
3. Juni 2018 16:44
Distanz17 km
Zeit4 h 28 min
Geschwindigkeit4.0 km/h
Min Höhe68 m
Gipfel335 m
Aufsteigen842 m
Absteigen898 m
DistanceInstructions
Label
Einfach ist der Rheinsteig nicht
Es ist der dritte Tag auf dem Rheinsteig und meine Blasen konnten sich gut erholen. Nach dem Frühstück in der Jugendherberge mache ich mich wieder auf den Weg. Es geht direkt in den Wald und permanent auf und ab, was verdammt hart ist. In diesem Augenblick realisiere ich auch, dass es die nächsten beiden Wochen mit großer Wahrscheinlichkeit genauso weitergehen wird.
Kurz vor Unkel mache ich auf einer Wiese am Gut Haanhof eine erste Pause. Hier gibt es eine Snack- und Getränkebox für Rheinsteigwanderer. Perfekt um etwas Kraft zu tanken und tief durchzuatmen. Anschließend geht es wieder Berg auf, Berg ab, durch Wälder, über Wiesen und durch kleine Dörfer.
Anpassung des Wanderbudgets
Eigentlich habe ich mir für die kommende Nacht vorgenommen wieder im Zelt zu schlafen, erhalte vom Deutschen Wetterdienst jedoch eine Unwetterwarnung mit starken Gewittern. Da die Unwetter in den letzten Wochen sehr stark ausgefallen sind, beschließe ich mir kurzerhand ein Zimmer in Linz zu nehmen.
Alle klagen über das Wetter. Es findet sich aber niemand, der etwas dagegen tut. Mark Twain
Auch hier wird mir bewusst, dass der Rheinsteig keine Jakobswegwanderung ist, denn die Preise für Zimmer sind schon verdammt hoch. Ich zahle 70€ für eine Nacht, was für einen Wanderurlaub verdammt viel ist. Im Vergleich zum Jakobsweg bezahlt man in den Herbergen pro Nacht 5 – 15€. Als Genugtuung muss ich jedoch sagen, dass das Zimmer in Linz verdammt gut ist 😀
Bevor ich zum Hotel gehe, statte ich der St. Martin Apotheke in Linz einen Besuch ab, um mich mit neuen Compeed-Blasenpflastern einzudecken. Nachdem ich im Hotel angekommen bin, verarzte ich meine Füße. Nach drei Tagen auf dem Rheinsteig sehen sie katastrophal aus, doch dank eines guten Blasenmanagements bin ich in der Lage die Füße gut zu verarzten. Anschließend kehre ich beim örtlichen Italiener ein und bestelle mir eine Pizza und ein Bier.
Fazit der dritten Etappe
Wie ich so in dem Restaurant sitze, geht es mir richtig gut und ich genieße das Leben in vollen Zügen. Ich bin zwar platt und habe schmerzen, aber die Anstrengungen der Wanderung wecken irgendetwas in mir, was mich zutiefst erfüllt.
Morgen versuche ich die Jugendherberge in Leutesdorf zu erreichen. Eine 29 km Strecke, mit einem ordentlichen Höhenprofil. Auch wenn dies der Plan ist, weiß ich gerade nicht, ob ich diese Distanz schaffe. Ich falle am frühen Abend erschöpft ins Bett und schlafe schnell ein.
Ich hoffe ich konnte euch mit diesem Beitrag einen kleinen Einblick in die dritte Etappe des Rheinsteigs geben. Falls euch dieser Beitrag gefallen hat, freue ich mich über einen Like, ein Herz oder ein Lächeln auf eurem Gesicht. Falls ihr Fragen, Anregungen oder Kritik habt, freue ich mich auf eure Kommentare.
In diesem Beitrag erzähle ich euch von meiner zweiten Etappe auf dem Rheinsteig von Rhöndorf nach Bad Honnef. Nach einer wilden Nacht mit Wildschweinen vor meinem Zelt ist mein erstes Tagesziel die Ruine der Löwenburg. Der Beitrag ist Teil meiner Rheinsteigserie, hier geht es zur Etappenübersicht und hier zur 1. Etappe.
Tag:
29. August 2017
Start:
08:00 Uhr – Rhöndorf – Lichtung im Siebengebirge
Ziel
17:00 Uhr – Bad Honnef – Jugendherberge
Distanz:
12 km/ 7,46 Meilen
Wichtige Hinweise für die 2. Etappe
Gibt es auf der zweiten Etappe des Rheinsteigs Einkaufsmöglichkeiten? In Rhöndorf und Bad Honnef gibt es Einkaufsmöglichkeiten, und Restaurants, nicht jedoch direkt auf dem Weg. Wer aufgrund von Blasen o.ä. unbedingt neue Schuhe benötigt, sollte in Bad Honnef zu 7G Runergy gehen (Öffnungszeiten: Mo – Fr: 9:30 – 18:30 Uhr; Sa: 9:30 – 14:00 Uhr)! Hier gibt es eine tolle Beratung und man kann mit neuen Schuhen auf dem Rheinsteig weiterlaufen.
Gibt es auf der zweiten Etappe des Rheinsteigs die Möglichkeit Wasser nachzufüllen? Direkt auf der Etappe gibt es keine Nachfüllmöglichkeit. Ich habe am Morgen meine Wasserflachen auf der Toilette des Bäckers in Röhndorf nachgefüllt.
Wo kann man auf der zweiten Etappe des Rheinsteigs übernachten? In Bad Honnef gibt es direkt am Rheinsteig eine preiswerte Jugendherberge. Um in der Jugendherberge Bad Honnef ein Bett zu bekommen, muss man Mitglied bei den Deutschen Jugendherbergen (DJH) sein. Die Mitgliedschaft (gültig für alle Jugendherbergen in Deutschland) kann vor Ort abgeschlossen werden, kostet einmalig ca. 23€ und ist für ein Jahr gültig. Hinzu kommt anschließend noch der Preis für die Übernachtung, welche auch ca. 20€ kostet. Da es auf dem Rheinsteig mehrere Jugendherbergen gibt und diese somit eine preiswerte Alternative (15 – 25€ pro Nacht) zu den ansonsten sehr teuren Hotels sind (50 – 95€ pro Nacht), lohnt sich die Mitgliedschaft auf jeden Fall. WICHTIG: Nach der Wanderung die Mitgliedschaft kündigen, da sie sich sonst nach Ablauf des ersten Jahres automatisch um ein weiteres Jahr verlängert.
Wie ist die Kennzeichnung des Weges auf der zweiten Etappe des Rheinsteigs? Der Weg ist gut ausgeschildert, sodass man sich eigentlich nicht verlaufen kann.
Lohnt sich der Aufstieg zur Ruine der Löwenburg? Ja, definitiv! Um auf die Löwenburg zu kommen, muss man jedoch den Weg für ca. 2 km verlassen. Ich empfehle diesen kleinen Umweg, da die Aussicht von der Löwenburg atemberaubend ist.
Karte – Von Röhndorf nach Bad Honnef
3. Juni 2018 16:37
Distanz12 km
Zeit2 h 57 min
Geschwindigkeit4.0 km/h
Min Höhe89 m
Gipfel384 m
Aufsteigen705 m
Absteigen691 m
DistanceInstructions
Label
Der Morgen danach
Was für eine Nacht. Geweckt von den Sonnenstrahlen auf meinem Zelt und der ansteigenden Hitze, merke ich, dass mir die letzten Stunden in den Knochen liegen. Die Horde Wildschweine kam in der Nacht mehrmals zu meinem Zelt, was mich echt fertig gemacht hat.
Im Nachhinein war mir auch klar warum die Wildschweine zum Zelt kamen. Ich habe in der Hektik der Dämmerung und des Zeltaufbaus vergessen mein Essen in einem Baum zu hängen, was die Wildschweine natürlich gerochen.
Ich baue mein Zelt ab, packe meine Sachen und laufe los. Nach ein paar Metern sehe ich ein Schild auf dem steht, dass es nur ein paar Meter nach Rhöndorf sind und ich beschließe meine Autarkiepläne für die nächsten 7 Tage über den Haufen zu schmeißen.
Ich laufe nach Rhöndorf, gehe zum Bäcker und hole mir ein leckeres belegtes Brötchen und einen Cappuccino. Der Bäcker hat auch eine Toilette die ich nutzen darf. Eine perfekte Gelegenheit meine Wasservorräte aufzufüllen und gestärkt in den zweiten Tag zu starten. Erstes Ziel für den Tag: Die Ruine der Löwenburg.
Aufstieg zur Löwenburg
Auf dem Weg zur Löwenburg merke ich immer mehr, dass meine Schuhe drücken und ich beschließe eine Pause an der Eulenhardt Schutzhütte zu machen, um meinen Füßen eine Auszeit zu gönnen.
So wie es aussieht haben sich erneut ein paar Blasen gebildet und ich realisiere, dass meine Schuhe eine Nummer zu klein für diese Wanderung sind. Nachdem ich meine Füße verarztet habe, mache ich mich weiter auf den Weg zur Löwenburg.
Hinweis: Um zur Löwenburg zu laufen, muss man den Rheinsteig für ein paar Kilometer verlassen. Ich empfehle jedoch jedem den Abstecher zu machen, denn die Aussicht von der Löwenburgruine ist fabelhaft.
Oben auf der Löwenburg angekommen mache ich eine weitere Pause und genieße die fantastische Aussicht. Es ist tolles Wanderwetter, die Luft ist angenehm und man kann sehr weit sehen.
Nach der Pause auf der Löwenburg geht es bergab und ich merke, dass meine Schuhe echte Probleme bereiten. Es entwickeln sich zwei dicke Blasen an den kleinen Zehen links und rechts sowie zwei kleinere am linken Fuß. Ich beschließe daraufhin eine weitere Pause am Staubecken des Ohlbachs zu machen und verarzte meine Blasen.
Ich merke auch langsam wie ich Mittagshunger bekomme und beschließe eine weitere Pause einzulegen, was auch irgendwie aufregend ist, denn jetzt kann ich das erste Mal meinen neuen Gaskocher unter Wanderbedingungen ausprobieren.
Zu essen gibt es ein Chana Masala von Trek’N’Eat. Dabei handelt es sich um gefriergetrocknete Nahrung, die mit heißem Wasser essbar gemacht wird. Da mir das etwas wenig erscheint, habe ich der Mischung noch mit ein paar Ramennudeln und etwas getrocknete Tomatensuppe beigemischt. Fazit: essbar.
Die Entscheidung
Nach der Mittagspause gehe ich gestärkt weiter, kämpfe jedoch mit den Schmerzen in meinen Füßen und mit der anhaltenden Müdigkeit der letzten Nacht. Ich muss eine Entscheidung treffen, wie ich weiter laufe und beschließe die Geschwindigkeit zu reduzieren, um langsamer zu gehen.
Ich gehe daher anders als geplant nur bis zur Jugendherberge in Bad Honnef, um meine Füße zu verarzten und in einem warmen Bett zu schlafen. Die Blasen schmerzten einfach zu stark und ich muss mich ausruhen und ausschlafen.
Kein Weg ist zu lang für den, der langsam und ohne Eile vorwärts schreitet.
Jean de La Bruyére
Auf die Idee neue Schuhe zu kaufen, die ein paar Nummern größer sind, bin ich übrigens auf dem gesamten Rheinsteig nicht gekommen… das würde ich heute anders machen.
Erste Erkenntnis des Tages: Wer am Anfang übertreibt kommt nicht ans Ziel. Jeder Wanderweg muss mit Respekt angegangen werden, ansonsten wird man nichts ans Ziel kommen. Die alte Weisheit „Der Weg ist das Ziel“ bekommt für mich eine neue Bedeutung.
Zweite Erkenntnis des Tages: Wenn man auf dem Weg merkt, dass die Schuhe zu klein sind, sollte man versuchen sich im nächsten Ort neue Schuhe zu kaufen. Quälen bringt niemandem etwas. In Bad Honnef gibt es glücklicherweise den Laufladen 7G Runergy, welcher sehr gut berät und weiterhelfen kann. Hier geht es jetzt direkt zur 3. Etappe des Rheinsteigs.
Ich hoffe ich konnte euch mit diesem Beitrag einen kleinen Einblick in die zweite Etappe des Rheinsteigs geben. Falls euch dieser Beitrag gefallen hat, freue ich mich über einen Like, ein Herz oder ein Lächeln auf eurem Gesicht. Falls ihr Fragen, Anregungen oder Kritik habt, freue ich mich auf eure Kommentare.
In diesem Beitrag erzähle ich euch von meiner ersten Etappe auf dem Rheinsteig von Bonn nach Rhöndorf. Gestartet bin ich in zu Hause in Bonn und gelandet bin ich im Siebengebirge auf einer Lichtung im Wald. Die Höhepunkte des Tages: Wildschweine vor meinem Zelt und ein gruseliger Typ im Wald. Der Beitrag ist Teil meiner Rheinsteigserie, hier geht es zur Etappenübersicht.
Tag:
28. August 2017
Start:
11:00 Uhr – Rathaus Bonn
Ziel
21:00 Uhr – Lichtung im Siebengebirge
Distanz:
23 km/ 14.3 Meilen
Wichtige Hinweise für die 1. Etappe
Gibt es auf der ersten Etappe des Rheinsteigs Einkaufsmöglichkeiten? Auf der ersten Etappe des Rheinsteigs gibt es hinter Bonn so gut wie keine Einkaufsmöglichkeiten außer im Tagesziel Königswinter, Rhöndorf oder Bad Honnef. Dafür muss man allerdings den Rheinsteig verlassen. Gibt es auf der ersten Etappe des Rheinsteigs die Möglichkeit Wasser nachzufüllen? Auf dem Petersberg gibt es auf ca. 2/3 des Weges im Steigenberger Hotel eine öffentliche Toilette um Wasser nachzufüllen. Man passiert bis dahin zwei kleine Bäche aus denen man mit einem Wasserfilter ebenfalls Wasser nachfüllen könnte. Wo kann man auf der ersten Etappe des Rheinsteigs übernachten? In Rhöndorf und Königswinter gibt es Unterkünfte, die jedoch ziemlich teuer sind. Es gibt keine Zeltplätze in der Nähe. Not-Camping/ Wildcamping wäre eine weitere Alternative. Wie ist die Kennzeichnung des Weges auf der ersten Etappe des Rheinsteigs? Der Weg ist gut ausgeschildert, sodass man sich eigentlich nicht verlaufen kann.
Karte – Von Bonn nach Rhöndorf
3. Juni 2018 16:07
Distanz23 km
Zeit5 h 51 min
Geschwindigkeit4.0 km/h
Min Höhe46 m
Gipfel347 m
Aufsteigen1153 m
Absteigen1102 m
DistanceInstructions
Label
Der Rheinsteig – Start in Bonn
Heute ist der erste Tag meiner Rheinsteigwanderung. Ich bin etwas aufgeregt, da dies meine erste Wanderung mit Ultraleichter Ausrüstung ist. Mit knapp 6 Kg Grundausrüstung (Rucksack, Zelt, Isomatte, Schlafsack, Kochgeschirr, Waschkram und Klamotten), ca. 3 kg Essen für 5 Tage sowie 2 Liter Wasser mache ich mich auf den Weg und hoffe auf eine tolle Wandererfahrung. Ich starte direkt von meiner Haustür und laufe zum alten Bonner Rathaus. Hier beginnt der Rheinsteig.
An den ersten Tagen fällt es eigentlich immer schwer den Alltag hinter sich zu lassen und einen Laufrhythmus zu finden. Ich laufe also ich einfach drauf los und lasse den Weg auf mich zukommen. Nachdem ich Bonn verlassen habe gelange ich direkt in das Siebengebirge und bin sofort von der Natur umgeben. Es ist ein heißer Augusttag und ich merke recht schnell, dass ich versuche mit dem Wasser hauszuhalten. Trotz Durstes trinke ich nur sehr wenig, was nicht so optimal ist. Nach ein paar Stunden erreiche ich das Steigenberger Hotel auf dem Petersberg. Hier gibt es glücklicherweise eine öffentliche Toilette, sodass ich meine Wasserreserven auffüllen und eine kurze Pause machen kann. Ein Blick auf meine Karte verrät, dass mein Tagesziel, die Walter Guillaume Hütte auf dem Geisberg, nur noch knapp 6 km entfernt ist. Gleichzeitig realisiere ich, dass ich eine kleine Blase habe und die neuen Schuhe anscheinend nicht richtig eingelaufen sind. Auf allen Jakobswegen hatte ich insgesamt vielleicht 3 Blasen und jetzt die Erste nach ein paar Kilometern.
Da die Blase nach innen zeigt, gehe ich davon aus, dass ich meine Schuhe eine Nummer zu klein gewählt habe. Mal sehen wie sich das entwickelt. An der Walter Guillaume Hütte angekommen ziehe ich meine Schuhe aus, genieße die fabelhafte Aussicht und atme tief durch.
Ein gruseliger Typ im Wald
Weisheit des Waldes: „Glaube mir, denn ich habe es erfahren: Du wirst mehr in den Wäldern finden als in den Büchern. Bäume und Steine werden dich Dinge lehren, die dir kein Lehrmeister sagen kann.“ Bernhard von Clairvaux
Der erste Tag ist geschafft, denke ich und schaue verwundert auf, als ein älterer Herr in der Hütte steht und mich anschaut. Er setzt sich und fängt an zu erzählen, ohne Punkt und ohne Komma. Er bezeichnet sich als obdachlosen Rentner und er schläft immer in dieser Hütte, ich kann aber gerne mit Ihm hier schlafen. Der Mann warnt mich jedoch, ich müsse auf der Hut sein, denn die Mäuse die hier wohnen krabbeln immer in die Schlafsäcke und die Hosen – aber keine Angst die beißen nicht. Schlimmer ist nach seiner Auffassung der Marder mit seinem riesigen Gebiss und der Fuchs der immer von Ihm gefüttert wird. Der Fuchs ist im Vergleich zum Marder sehr sympathisch, so der Alte. Er erzählt mir eine Gruselgeschichte nach der anderen und ich fühle mich in seiner Gegenwart überhaupt nicht wohl. Er erinnert mich an den Dämon aus Keine Produkte gefunden.. Als der Mann von seiner Herzklappe aus Titan anfängt zu sprechen und die tolle Waschstelle unten am Friedhof lobt, will ich einfach nur weg. Ich verabschiede mich freundlich und mache mich auf den Weg. Einziges Problem: es ist bereits 19:30 Uhr und fängt an zu dämmern.
Die Suche: Ein Platz für mein Zelt
Alles zusammengepackt laufe ich in Richtung Drachenfels und hoffe noch eine Schlafgelegenheit zu finden. Während des Laufens schaue ich mich ständig um und habe ein mulmiges Gefühl im Magen. Der alte Herr hat mir echt Angst gemacht und an den Schlafplätzen die er mir für mein Zelt empfohlen hat will ich nicht schlafen. Ich erreiche den Drachenfels und erlebe einen wunderschönen Sonnenuntergang, merke jedoch gleichzeitig wie ich etwas panisch werde. Noch immer kein Platz für mein Zelt gefunden. Ich verlasse den Drachenfels in Richtung Bad Honnef und begebe mich in den immer dunkler werdenden Wald. Gegen 21:00 Uhr finde ich einen Platz auf einer Lichtung und baue mein Zelt auf. Die Lichtung ist mitten im Siebengebirge und nicht der beste Platz, da das Gelände etwas abschüssig ist und ich schräg im Zelt liegend nur mit meiner rechten Pobacke das Gleichgewicht in einer Kuhle halten kann. Ich suche also nach einer angenehmen Pose und schlafe trotz dieser unangenehmen Position sehr schnell ein.
Das Wildschwein Desaster
Mitten in der Nacht werde ich von einem Grunzen und Quieken geweckt. Es befindet sich eine Horde Wildschweine direkt an meinem Zelt. Die Schweine grunzen, schmatzen, schnaufen, wühlen alles um und jagen sich gegenseitig von einer Seite zur anderen. Ich liege im Zelt und habe einfach nur Angst. Rein instinktiv stelle ich mich Tod und hoffe, dass die Wildschweine kein Interesse an mir und meinem Zelt haben. Nach einer viertel Stunde macht sich die Horde davon und kommt in der Nacht noch zwei weitere Male zu meinem Zelt zurück. Eine erste Grenzerfahrung, denn mit Wildschweinen ist bekanntlich nicht zu spaßen. Am nächsten Morgen sammle ich mich, bin erleichtert und freute mich über die wärmenden Sonnenstrahlen. Die erste Nacht hat viel Kraft gekostet. Mein Fazit der ersten Nacht: Ich habe vielleicht 3 Stunden geschlafen, Todesangst erlitten, Glück gehabt und festgestellt, dass Wildcampen im Siebengebirge vielleicht nicht die Beste Idee ist. Vielleicht habe ich jetzt auch die Mitglieder eine Horde Wildschweine als Freunde, ich weiß es nicht. Ich bin glücklich, dass die erste Nacht vorbei ist. Hier geht es direkt zur 2. Etappe.
Ich hoffe ich konnte euch mit diesem Beitrag einen kleinen Einblick in die erste Etappe des Rheinsteigs geben. Falls euch dieser Beitrag gefallen hat, freue ich mich über einen Like, ein Herz oder ein Lächeln auf eurem Gesicht. Falls ihr Fragen, Anregungen oder Kritik habt, freue ich mich auf eure Kommentare. Liebe Grüße, Martin